Dockblog Die Arbeitswelt der Kreativen

Hallo, hallo ist da wer?
 48 Stunden und keine Antwort.

Wer eine Bewerbung losschickt, wartet manchmal wochenlang auf eine Antwort. Wir finden: Schon kleine Gesten könnten den großen Frust verhindern. Und beide Seiten gewinnen.

Wir bemerken bei Bewerbungen oft, wie sehr sich Unternehmen verschätzen, wenn es um ihre Reaktion auf Bewerbungen geht. Mühevoll ackert sich der Kandidat durch Datenbanken. Oder schickt eine aufwendig gestaltete Mappe. Dann: Im schlimmsten Fall keine Antwort. Nichts. Im zweitschlimmsten Fall ein automatisiertes Schreiben: Vielen Dank für Ihre Bewerbungsunterlagen. Wir werden sie schnellstmöglich bearbeiten. – Solche Sätze versickern im Nirvana der Unpersönlichkeit.

Das Beziehungsgeflecht zwischen Personaler und Bewerber, so wissen wir, ist kompliziert. Eine wichtige Rolle spielt das persönliche Gespräch – und das Nachfassen. Wer schreibt wem wann eine E-Mail? Oder rufe ich besser an? Wie schnell muss ich antworten? Was sage ich? Und wann beginne ich zu nerven?

Die Ratgeberliteratur empfiehlt: Übe dich in Geduld, sei nicht aufdringlich. Bewerber sollen keinen Druck ausüben. Richtig. Nichts ist anstrengender als ein Kandidat, der anruft und loslegt mit: Ich wollte nur mal nachfragen, ob Sie meine Bewerbung erhalten haben? – Natürlich habe ich. Auf meinem Tisch stapeln sich schließlich die Unterlagen.

Nach unserer Erfahrung brauchen Unternehmen oft drei bis sechs Wochen, um auf eine offizielle Bewerbung zu reagieren. In vielen Fällen wartet ein Bewerber sogar vergeblich. Kein guter Stil. Wir von DESIGNERDOCK kümmern uns für euch um das Nachhaken. Als Mittler stellen wir sicher, dass eine Rückmeldung erfolgt.

Dabei geht es keinesfalls nur um das Unternehmen. Auch für Bewerber stellt sich die Frage nach der richtigen Reaktion. Zum Beispiel nach dem Vorstellungsgespräch. Du gehst hin, es läuft gut. Danach: Nichts. Wir empfehlen: Schreibe eine E-Mail, in der du nachfasst. Bedanke dich kurz für das nette, anregende Gespräch. Fasse dich kurz. – Das Gespräch mit Ihnen hat viel Spaß gemacht. Vielen Dank für Ihre Zeit. Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung. – Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Personaler ein solches Nachfassen positiv bewerten, solange es unaufdringlich und passend ist.

Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass viele Arbeitgeber, aber auch viele Bewerber, eine wichtige Chance vergeben, sich mit einer persönlichen Antwort von anderen abzuheben. Wer schnell und individuell antwortet, zeigt: Ich kümmere mich. Ich respektiere dich. Ich schätze deinen Einsatz und dein Vertrauen. Das ist gut für die Marke und gut fürs Employer Branding. Wir sind uns sicher: Wer so mit seinen Bewerbern umgeht, bekommt die besseren Leute. Oder?

Wie reagiert ihr auf Bewerbungen, E-Mails, Anrufe? Und was erwartet ihr von einem guten Unternehmen?

 

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2 Comments to “Hallo, hallo ist da wer?
 48 Stunden und keine Antwort.”

  1. 14/01/2014 at 16:49

    Ein weiterer schlimmer Fall (bei einer Bewerbung, welche ich auf Englisch geschrieben hatte):

    „We have reviewed your application carefully and are sorry to inform you that we were not able to select you. While we were impressed with your background and experience, we have concluded that another candidate’s qualifications more closely match our requirements.“

    Der Job war (und ist immernoch) Online. Anscheinend bin ich ein Top-Kandidat, aber nicht gut genug? Anscheinend hatten sie einen Kandidaten gefunden? Doch der ist immer noch nicht da..?

    Als Reaktion hatte ich eine ausführliche E-Mail direkt an den CEO und die Personalleiterin gesandt. Anschliessend wurde ich (endlich) auf ein persönliches Gespräch eingeladen. Die Damen und Herren haben sich eine Chance auf mich verspielt… ;)

    • 17/01/2014 at 18:43

      Ja, das kennt leider man nur zu gut … Und 48 h sind da noch ein freundlich bemessener Zeitraum. Aber Nachhaken hilft tatsächlich manchmal! Diesen Artikel als moralische Stütze im Hinterkopf, habe ich mir direkt nach dem Lesen und einer Woche Wartezeit ein Herz gefasst und gefragt, ob meine Bewerbung denn angekommen sei …Tags darauf eine Einladung! Geht doch :)

      Das mit dem auserwählten Konkurrenten, der dann doch kurzfristig abspringt, habe ich auch mal erlebt: alle, die vorher abgelehnt wurden, sollten sich plötzlich nochmal bewerben! Ein absolutes NoGo. Da sag’ ich nur: Sorry, Pech gehabt.