Dockblog Die Arbeitswelt der Kreativen

Fit für die Zukunft: Unsere Aussichten 2013

Was kommt? Was geht? Was bleibt? Haben Agenturen eine Zukunft? Oder geht unsere Traumwerbewelt im Jahr 2013 endgültig unter? Es gibt unzählige Vorhersagen und Trends für das neue 2013, mit denen sich nicht nur der Laie und die Wissenschaft beschäftigt. Sondern auch wir. Lust auf unsere ganz persönliche DESIGNERDOCK Prognose?

DESIGNERDOCK Headquarters:
Laut unseren aktuellen Stellen-Vakanzen ist euer Standort das beste Beispiel dafür, dass Agentur und Wirtschaft keine 2 linke Schuhe sein müssen, sondern sich bestens ergänzen können. War das schon immer so? Und wie sieht dieser Erfolgs-Mix aus eurer Sicht in naher Zukunft aus?  

Linda Graze, GF DESIGNERDOCK Stuttgart:
Wir freuen uns extrem über Anfragen aus der Industrie, die bei unseren Kandidaten von Anfang an sehr positiv aufgenommen wurden bzw. es wurde auch explizit danach gefragt. Es ist einfach so, dass viele nach 3-4-5 Jahren in Agenturen eine Karriere in Unternehmen anstreben. Allerdings beoabachten wir, dass in letzter Zeit auch schon Studienabgänger sagen: Nur Industrie. Dem versuchen wir, gerecht zu werden, auch, wenn wir oft eine Empfehlung für die Agenturszene aussprechen, denn gerade für Kreative bringt das meist spannendere Aufgaben mit sich. Auch für Berater ist es einfacher, von Agentur in Industrie zu wechseln als vice versa. Weil aber alles eine persönliche Sache ist, die wir gerne mit den Kandidaten diskutieren und im Einzelfall entscheiden, setzen wir auch in Zukunft auf einen schönen Mix von Werbeagentur, Designagentur, Architekturbüro, Mittelstand, Blue Chip.


DESIGNERDOCK Headquarters:

Von Agentur bis Unternehmen, von Print über Online bis hin zu Social Media. Was die breite Palette an Job-Angeboten betrifft – aus unterschiedlichsten Bereichen des kreativen Kommunikationslebens, scheint DESIGNERDOCK Zürich weit vorn zu sein. Über welche Kunden-Anfragen habt ihr euch 2012 besonders gefreut?

Beate Maria Reuther, DESIGNERDOCK Zürich:
Es war nicht eine einzelne “besondere” Stelle im Jahr 2012, sondern gleich ein paar “besondere” Stellen, die wir besetzen durften. Zum Beispiel der “Trade-Marketing-Designer” für ein Unternehmen im oberen Luxusgüterbereich. Da waren ganz spezielle Anforderungen und Erfahrungen an den Kandidaten gefragt, die nur im Luxusgüterbereich erworben werden können. Dann der “freiheitsliebende Interactiondesigner”, für den wir extrem viele gute Bewerbungen erhielten. Oder der erfahrene Social Media/ Community Manager, der mit französischer Muttersprache in der West-Schweiz gelebt hat und gerne in Zürich arbeiten würde. Generell war das Jahr 2012 ein Jahr, in dem (beinahe) für jede Stelle digitale Kenntnisse erforderlich waren. Wir haben sehr viele Stellenanfragen im Bereich “Interaction Design” erhalten. Hier können wir nur allen Designern ans Herz legen, dass sie sich im digitalen Bereich weiterbilden sollen. Wer ausschließlich im Bereich Print seine Leidenschaften hat, wird es zunehmend schwerer haben am Markt. So versuchen wir als DESIGNERDOCK Schweiz auch stärker aktiv zu werden bei Facebook, Twitter und Xing, um dort die Bewerber aus allen Bereichen des kreativen Kommunikationslebens anzusprechen, die nicht nur über einen Facebook Account verfügen, sondern in der digitalen Welt aktiv sind und Social Media lieben und leben.


DESIGNERDOCK Headquarters:

Euch erreichen vor allem Senior-Anfragen. Inwieweit hat sich das Senior-Kunde-Verhältnis in den vergangenen Jahren verändert? Sind solche Profis in der heutigen Zeit gefragter als früher? Oder werden sie in den Agenturen auch gerne mal durch 2 Junioren ersetzt?
 
Birgit Bischoff, GF DESIGNERDOCK Düsseldorf:
Zunächst muss man hier das Wort “Senior” etwas differenzierter betrachten. Denn Fakt ist: Jenseits der 40 wird nach wie vor selten eingestellt. Ein Senior ist nach heutiger Auffassung im Schnitt zwischen 30 und meist unter 40. Der Begriff “Senior” – und sein dazugehöriges Aufgabenfeld – hängt sehr von der Struktur der Agentur ab und kann keinesfalls pauschalisiert werden. Die Branche ist mit ihren Anforderungen unverändert auch körperlich anspruchsvoll. Nicht nur durch die vielen Überstunden. Das bedeutet, dass Agenturen die hohe Taktung in vielen Fällen beibehalten haben – auch wenn die Life-Work-Balance ein großes Thema ist. Wie gehabt sind in der Summe die attraktivsten Leute für den Markt mit ca. plus-minus 3 Jahren solider, repräsentativer Erfahrung (besonders digitale Referenzen) sehr gefragt. Sie werden als belastbarer, trendorientierter und bezahlbarer wahrgenommen. Und dennoch: Ein sehr gutes Portfolio mit aktuellen, spannenden Arbeiten ist und bleibt relativ altersunabhängig.


DESIGNERDOCK Headquarters:

Berlin, Berlin. Alle wollen nach Berlin – in die wunderbare Werbe-Web-Welt für alle Digital Native Speakers. Bekommt unsere DESIGNERDOCK Online-Hauptstadt eventuell Konkurrenz im neuen Jahr? Vielleicht aus Hamburg? Oder aus Wien?      

Kristin Louis, GF DESIGNERDOCK Berlin:
Die Konkurrenz zu anderen Städten, insbesondere Hamburg, kennen wir bereits aus der Vergangenheit und die bleibt natürlich bestehen. Wobei Berlin als Stadt der Kreativen und nicht als Stadt der Arbeitgeber, mit seinem Flair für vor allem internationale Bewerber, weiter die 1. Wahl bleibt. Tendenz: weiter steigend. Und auch in der Werbe-Welt wird dieser Trend, sich mit internationalen Mitarbeitern aufzustellen, durch die Rekrutierungsengpässe noch verstärkt. Vor allem in der digitalen Welt sind englischsprachige Mitarbeiter heute nicht mehr weg zu denken. Sie haben beste Chancen auf einen festen oder freien Job. Dies gilt zunehmend auch überregional für alle Städte in unserem Netzwerk. Internationale Kreative, besonders auch aus dem digitalen Bereich, wollen jedoch in die Stadt, die für ihre Startups und vielen guten online Agenturen und vor allem auch das “Nightlife” bekannt ist.


DESIGNERDOCK Headquarters:

Wer seinen beruflichen Hafen in Hamburg sucht, der weiß, dass diese Stadt mehr als nur ein Feierabend-Astra oder einen Agenturausflug nach St. Pauli bietet. Zum Beispiel Packaging- und Social-Media-Job-Angebote auf höchstem Niveau. Welche Experten werden 2013 bei DESIGNERDOCK Hamburg das Ruder übernehmen? Geschenkverpackungs- oder Facebook-Freaks? Oder…

Robert Mende, GF DESIGNERDOCK Hamburg:
Na dann schon eher Facebook-Freaks, Weihnachten ist ja schon wieder vorbei…. Aber im Ernst: Ich bin sicher, dass auch 2013 die online-orientierten Allround-Spezialisten das Rennen machen werden. Marken-Kommunikation funktioniert integriert und muss optimal verzahnt sein. Dafür brauchen Agenturen Mitarbeiter, die genau so denken und arbeiten, egal in welchen Bereichen bzw. Kommunikations-Kanälen. Und Kunden brauchen Agenturen, die das auf hohem kreativen Niveau leisten können. Zum Glück gibt es viele, sehr gute Kreativ-Agenturen in Hamburg, die die nötigen Schritte in diese Richtung getan haben und der Bedarf an guten Leuten ist nach wie vor groß. Und wenn ich mir aus Recruiter-Sicht noch etwas wünschen darf: Es wäre wunderbar, wenn Agenturen ihre Attraktivität als Arbeitgeber noch mehr steigern könnten, damit auch Absolventen und Berufseinsteiger wieder mehr Lust darauf haben, in dieser spannenden Branche zu arbeiten. Und damit die erfahrenen Profis gerne in der Branche bleiben.


DESIGNERDOCK Headquarters:
Kaum ein anderer DESIGNERDOCK Standort vermittelt so viele Freelancer-Jobs wie München. Wird die Stadt mit Herz ihren freien Status in der deutschen Werbelandschaft im Jahr 2013 behalten? Wenn ja, warum? Wenn nicht, wo geht die Zukunftsreise hin?

Petra Graef, GF DESIGNERDOCK München:
Ja, ich bin sehr sicher, dass wir auch in 2013 bei den freien Jobs wieder ganz vorne dabei sind. München ist die Stadt der eher kleinen, inhabergeführten Agenturen und Designbüros. Viele von Ihnen arbeiten regelmäßig mit Freelancern. Sei es, weil’s gerade brennt oder sei es, weil für ein Projekt ein externer Spezialist mit einem ganz bestimmten Profil gebraucht wird. Und viele dieser Büros buchen sehr gerne über uns, weil sie wissen, dass wir in kürzester Zeit die perfekte Unterstützung finden.


DESIGNERDOCK Headquarters:

“DESIGNERDOCK Wien sucht die Freelance Superstars” könnte auch euer Motto 2013 heißen. Doch im Vergleich zu unserem Standort München seid ihr auf der Suche vor allem nach Selbstständigen im Bereich Entwickler/ Programmierer. Heißt das, dass es schwer ist, solche Profis in Österreich zu finden oder ist die Nachfrage einfach zu hoch?

Maria Roth, DESIGNERDOCK Wien:
Ich denke, es ist eine Kombination aus beidem. Zum einen ist die Nachfrage nach guten Entwicklern enorm hoch. Zum anderen wollen die auch wirklich gefunden werden. Gute Programmierer sind in der Regel auch gut gebucht. Das heißt: Für eine Fixanstellung praktisch gar nicht zu bekommen, für freie Projekte je nach Auslastung. Sicherlich Gründe dafür, dass zu besetzende Positionen aus dem Bereich Programmierung/ Entwicklung oftmals über einen längeren Zeitraum vakant sind. Tatsächlich geht der Trend hier in Wien nach wie vor in Richtung “Freelance”. Das beschränkt sich aber ganz und gar nicht auf den Bereich Programmierung, sondern betrifft sämtliche Bereiche wie z.B. auch Print- oder Screen-Design. Generell gilt: Wer bereichsübergreifend arbeitet, denkt und sich verlässlich, teamfähig und kooperativ präsentiert, hat auch 2013 hier in Österreich beste Chancen auf die Mitarbeit an spannenden Projekten.
 

DESIGNERDOCK Headquarters:
Rechtschreibfehler in Lebensläufen, Verspätungen beim Job-Interview, Ausgeben fremder Arbeiten als eigene: Es gibt’s so viele No-Go’s im Rahmen einer Bewerbung, die euch immer wieder im Recruiting-Alltag begegnen. Gibt es vielleicht ein uraltes No-Go, das im neuen Jahr zu einem absoluten Go wird? Zum Beispiel Lücken im Lebenslauf oder Ähnliches?

Ulrike Walther, GF DESIGNERDOCK Frankfurt:
Auch wenn es viele nicht hören wollen: Die immer wieder zitierten “No-Go”-Klassiker sind zeitlos und haben auch in Zukunft Bestand. Und nicht nur das: sie werden immer wichtiger. Viele Unternehmen und Agenturen entscheiden nicht nur nach der fachlichen Qualifikation eines Bewerbers, sondern vor allem nach seinen persönlichen Eigenschaften. In straff gegliederten Organisationen muss ein Team wie ein Uhrwerk funktionieren, da ist kein Platz für Diven & Schluries. Und für wen Pünktlichkeit, Sorgfalt und Ehrlichkeit nur zu vernachlässigende Faktoren sind, gehört definitiv nicht zu den begehrten Mitarbeiter-Zielgruppen.


DESIGNERDOCK Headquarters:

Und wie sieht das neue Jahr aus eurer Sicht aus? Habt ihr eure Zukunftspläne schon geschmiedet? Gibt es ein paar alte gute Vorsätze, die 2013 endlich umgesetzt werden sollen?

DESIGNERDOCK Freunde:
Ihr habt das Wort. Und wir – die Neugier. ;)

 

Tags: , , ,

Add New Comment