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Arbeitgeber Agentur: Hopp oder Flopp?

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Na sowas! Das Jahr 2012 geht fest-fröhlich zu Ende. Die Zukunft der Agenturwelt sieht jedoch immer noch nicht all zu rosig aus. Denn bereits seit fast zwei Jahren stößt sie immer wieder an ihre Grenzen und muss sich deshalb spätestens heute nicht nur neue, innovative Wege in Richtung Morgen überlegen, sondern diese auch mit großen Schritten gehen. Und das am besten gestern. Das Timing ist natürlich knapp, aber nicht unüblich für unseren jahrzehntealten Agentur-Alltag.

Das verflixte 13. Jahr:
2013 wird das Jahr, in dem sich Agenturen über ihren Weg in die Zukunft entscheiden müssen. Laut GWA Herbstmonitor 2012 freuen sie sich nach wie vor über Umsatz- und Renditewachstum. Aber wie lange noch? Die Zeichen stehen auf Sturm: Eine schwächelnde Konjunktur, insolvente Verlage und Gewinneinbußen in der Automobilbranche sowie eine konstant steigende Unattraktivität der Agenturen aus der Sicht junger Talente kündigen härtere Zeiten an.

Die Zukunft der Agenturen aus der Sicht der “Agenturen der Zukunft”:
Das dies jedoch zu schaffen ist, zeigen die aktuellen Ergebnisse des Social-Forecasting-Projektes, welches vom 12. Juni bis 17. Juli erfolgreich durchgeführt wurde. Auf der Creative-Crowdsourcing-Plattform Jovoto. Im Rahmen des Think-Tanks “Agenturen der Zukunft”. Unter der Leitung des Trend- und Transformations¬beraters Jörg Jelden.

Status Quo (1): “Agenturen sind wie Raucher…”
“… Sie wissen genau, dass sie sich eigentlich längst mit den nötigen Veränderungen beschäftigen müssten. Doch ohne akute wirtschaftliche Not fällt es Agenturen schwer, sich zu erneuern. 2013 wird für viele diesen Handlungsdruck bringen. Die gute Nachricht: An Ideen und Konzepten mangelt es nicht, wie die Partner des Think-Tanks eindrücklich belegen. Jeder von ihnen beschäftigt sich schon länger mit den notwendigen Veränderungen und teilt Erfahrungen und Ansätze in der heute veröffentlichten Studie”. So Jörg Jelden, Leiter des Think-Tanks „Agenturen der Zukunft“.

Und diese Zahlen sprechen für sich:
•    97% der im Rahmen des Social-Forecastings befragten Insider sehen die Notwendigkeit zur Veränderung.
•    Knapp 6 von 10 Agentur-Insidern glauben sogar, dass sich grundlegend etwas tun muss, damit Agenturen zukünftig am Markt bestehen können.
•    3/4 der Befragten geben interne Unklarheit über den einzuschlagenden Weg als wichtigste Veränderungsbarriere an.
•    Viele Agentur-Entscheider sehen sowohl die Unsicherheiten als auch die neuen Chancen. Allerdings fühlen sich die meisten von der Fülle an Herausforderungen und Möglichkeiten erschlagen und finden im Führungskreis keine Einigung über angemessene Zukunftsoptionen.

Welche Veränderungen dabei am dringlichsten sind, und was die Agenturen bislang von deren Umsetzung abgehalten hat, lassen sich dabei wie folgt zusammen fassen:

Status Quo (2): “Mad Men” ist tot. Es lebe “Ich”.
Was in den werbegoldenen 80ern und 90ern noch irreal erschien, ist heute schon längst bittere Wahrheit: Arbeitgeber Agentur ist für junge Talente einfach unsexy geworden. Deshalb verlassen viele die Agenturwelt früher als in der Vergangenheit. Motivierte und kreative Menschen interessieren sich eher für Start-ups und Social Businesses. Der Grund: Sie vermissen dort konkrete Gestaltungsmöglichkeiten, eine Sinnhaftigkeit und modernere Arbeitsweisen. Gleichzeitig sind Agenturen noch mit dem Stigma behaftet, ihre Mitarbeiter zu verbrennen sowie nicht familienfreundlich zu sein. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent wird dieses Ereignis laut Agentur-Insidern im Jahre 2020 eintreten. Die Kosten, Talente zu rekrutieren, zu entwickeln und zu halten, werden jedoch auch zukünftig massiv steigen. Das Fazit: Agenturen müssen für zukünftige Talente wieder attraktiv werden.

Status Quo (3): Zusammen sind wir mehr Erfolg.
Agenturen benötigen immer mehr Spezial¬disziplinen. Wissen veraltet schneller. Neue Kompetenzen sind gefragt. Dies können Agenturen in den bisherigen Organisations-Strukturen immer weniger leisten. Die Lösung: Ein Kernteam pflegt den Kundenkontakt und hält das Kundenwissen. Es wird ergänzt durch ein Netzwerk aus Partnern und freien Mitarbeitern. Die befragten Agentur-Insider denken, dieses Ereignis werde im Jahre 2020 mit 77-prozentiger Wahrscheinlichkeit eintreten. Durch dieses fluide Modell werden Agenturen flexibler und können ihre Kosten reduzieren. Sie müssen jedoch neu verhandeln, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sie fest vorhalten wollen und welche sie extern hinzuziehen.
Das Fazit: Agenturen müssen flexibler werden durch fluide Organisationen.

Status Quo (4): Profit hat viele Quellen.
Die Einnahmen von Agenturen werden zukünftig zunehmend aus vielen unterschiedlichen Quellen kommen. Bislang verdienten Agenturen durch langfristige Rahmenverträge oder kurzfristiges Projektgeschäft. Zukünftig tragen Rahmenverträge nur noch 27 Prozent zum durchschnittlichen Agentur-Umsatz bei. Das Ad-hoc-Projektgeschäft wird zum wichtigsten Umsatzbringer und zukünftig 34 Prozent betragen. Alternative Geschäftsmodelle wie erfolgsbasierte Bezahlung, Lizenzen, Beteiligungen oder gänzlich eigene Produkte machen zusammen künftig knapp 40 Prozent des Agenturumsatzes aus. Das Fazit: Agenturen müssen über neue Geschäftsmodelle zusätzliche Erlösquellen erschließen.  

Die vollständige Studie ist jetzt als Buch sowie als kostenloses PDF unter www.agenturenderzukunft.de erhältlich.

Die Zukunft der Agenturen aus unserer Sicht:
Deshalb führt daran kein Weg vorbei: Die Agenturen müssen sich mit neuen Bedingungen, Arbeitsweisen, Organisations¬strukturen und Geschäftsmodellen auseinandersetzen sowie über ihren Ruf als Arbeitgeber nachdenken, um ab 2013 auf dem harten Konkurrenzmarkt die Prüfung ihres Lebens zu bestehen. Und zwar doppelt: Einerseits untereinander – innerhalb des (inter)nationalen Agenturkreises. Andererseits – und das wird wohl ihre wichtigste Aufgabe in Zukunft sein -  in den Augen junger Talente, die einst alles und noch mehr dafür getan hätten, um bei der Agentur XY wenigstens Kaffee kochen zu dürfen. Doch aktuell müssen die Agenturen nicht nur um die Gunst ihrer Kunden, sondern auch um die der kreativen Köpfe kämpfen müssen. Also um euch, liebe DESIGNERDOCK Freunde. Und das ist auch gut so. 

Lust auf Veränderungen?
Dann schaut euch einfach bei uns um – unter Mein Traumjob 2013. Wir wünschen euch auf jeden Fall schon mal ein erfolgreiches, ereignisreiches sowie ein gesundes neues Jahr.

 

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2 Comments to “Arbeitgeber Agentur: Hopp oder Flopp?”

  1. Kleiner Tipp: Die vollständige Studie könnt ihr euch jetzt unter http://www.agenturenderzukunft.de auch als eBook downloaden. Kostenlos.

  2. [...] kommt? Was geht? Was bleibt? Haben Agenturen eine Zukunft? Oder geht unsere Traumwerbewelt im Jahr 2013 endgültig unter? Es gibt unzählige Vorhersagen und [...]