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Storms, Shit und Love

In den letzten Wochen war es ganz schön stürmisch in der Markenlandschaft. Diverse Facebook-Auftritte von Unternehmen wurden von unheimlichen Anstürmen in Mitleidenschaft gezogen, mit teilweise so großer Resonanz, dass schon gerätselt wurde, ob das denn mit rechten Dingen zugeht. Beispiele sind ProSieben mit Galileo, Werder Bremen, Vodafone und McDonald’s.

Die Reaktionen der Unternehmen sind unterschiedlich, aber insgesamt professioneller als noch vor einigen Monaten. Und das liegt an der Weiterentwicklung des Berufsbildes, das das Ganze steuern soll – dem Social Media Manager. Ihn trifft der Sturm mit voller Härte und er muss – abhängig vom Unternehmen in Absprache mit der Geschäftsführung – entscheiden, wie er darauf reagiert. Geht er auf Angriff? Ignoriert er? Setzt er auf Transparenz? Sucht er den Dialog?

Lange Entscheidungswege sind hier kontraproduktiv. Das Netz ist schnell und die Reaktion muss es auch sein. Natürlich sollten keine überstürzten Entscheidungen getroffen werden – dennoch sollte schnellstmöglich reagiert werden. Und eine adäquate Reaktion erfordert Erfahrung – mit Krisensituationen, mit der Öffentlichkeit, mit dem Netz und aus dem Leben. Schon diese Voraussetzungen bieten der Sommerloch-Diskussion um eine Altersgrenze von maximal 25 Jahren von Social Media Managern keinerlei Grundlage.

Dass Social Media für Unternehmen immer wichtiger wird, zeigt sich an aktuellen Zahlen: Mittlerweile setzen 72 Prozent der befragten Organisationen Social Media aktiv für ihre Kommunikationsarbeit ein. 20 Prozent planen dies oder nutzen Social Media passiv. Bei 50 Prozent gibt es dafür immerhin klar definierte Zuständigkeiten und Kooperationsstrukturen. Mittlerweile verfügen 39 Prozent aller einheimischen Unternehmen über ein eigenes Budget für Facebook, Twitter & Co. Im vergangenen Jahr waren es nur 17 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Social Media Governance“ der Uni Leipzig zusammen mit der Fink & Fuchs Public Relations AG und dem Magazin Pressesprecher (Quelle).

Und wie wird man Social Media Manager? Noch ist es ein ungeschützter Beruf und viele Wege führen zum Ziel. Mittlerweile bieten diverse Weiterbildungsinstitute Lehrgänge zum Thema an. Jedoch zählen gerade bei diesem Berufsbild die Persönlichkeit und die soziale Handlungskompetenz. Mit Theorie hat das nicht viel zu tun. Viele Social Media Manager kommen ursprünglich aus der (Unternehmens-) Kommunikation oder der PR und haben von daher den richtigen Background. Natürlich gibt es auch Quereinsteiger – hier zählen vor allem die Soft Skills, aber auch die technischen Kenntnisse. Oft werden Praktikanten oder bestehende Mitarbeiter als Social Media Manager eingesetzt, weil sie vielleicht privat viel in sozialen Netzwerken unterwegs sind. Das bildet jedoch keine Grundlage für die professionelle Betreuung von Unternehmensauftritten.

Dass der Auftritt bei Facebook, Twitter & Co, nicht nur mit Krisenkommunikation verweht, sondern auch mit Liebe überschüttet werden kann, zeigt das letzte Beispiel aus den USA: Durch ihren Beitrag zu einer herzerwärmenden Geschichte sammelte die Bäckereikette Panera innerhalb von einer Woche über 500.000 Likes. Auslöser war ein Lob auf die Leiterin einer Filiale, die für eine todkranke Frau eine Extraportion Muschelsuppe kochte, die sie sich so sehr wünschte. Der Enkel der kranken Frau und seine Mutter waren überwältigt von dem Engagement der Restaurantleiterin und posteten zum Dank ein Lob auf die Facebook-Seite der Kette. Innerhalb kürzester Zeit kamen so eine halbe Million Likes und 22. 000 positive Kommentare zusammen – ein Lovestorm sozusagen.

Like! Like! Like! Social Media Manager – wir suchen euch! Hier findet ihr unsere freien Vakanzen.

 

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2 Comments to “Storms, Shit und Love”

  1. 22/08/2012 at 08:25

    Hi, danke für die Erwähnung unserer letztjährigen Studie “Social Media Governance”. Wir haben vor einer Woche gerade die 3. Auflage dieser Untersuchung veröffentlicht. Fazit: Deutlich mehr Budgets für Social Media, stark gestiegenes Commitment des Management und signifikante Verbesserung der Organisation von Social Media Aktivitäten. Details und den kompletten Ergebnisbericht gibt es hier: http://newsroom.ffpr.de/2012/08/10/studie-%E2%80%9Esocial-media-delphi-2012/

  2. Julia Akra DESIGNERDOCK Headquarters
    23/08/2012 at 11:21

    Das klingt, als wären alle auf dem richtigen Weg. Danke für den Link!